Thema: Baustelle Bühne
Ein Impuls-Workshop von Thomas Ritter zum Rahmenthema des SDL 2027 in Hamburg von 10 bis ca. 17 Uhr

Schluss mit dem Perfektionszwang! Wir untersuchen das Potenzial des Unvollendeten für das Schultheater.
Die besten Momente im Theater entstehen oft dort, wo die Regieanweisung aufhört und das Experiment beginnt. Wir nutzen die ‚Baustelle‘ als methodischen Kompass, um aus Fragmenten und Zufällen eindringliches Schultheater zu entwickeln Wir feiern das Unfertige, Bruchstückhafte und setzen uns auch unseren eigenen Baustellen aus!
Wir untersuchen, wie die tägliche „lästige Baustelle“ auf dem Schulweg oder die Baustellen in unseren Biografien zum wertvollen Ausgangsmaterial für eindringliche Szenen werden können. Der Fokus liegt auf dem gemeinsamen praktischen Ausprobieren, ergänzt durch eine kurze theoretische Reflexion über die Ästhetik des Defektiven im Schultheater.
Szenische Kernbohrungen: Der Ablauf als Dreischritt
1. Bild-Baustellen: Muster des Chaos: Anhand (bewusst dilettantischer) Fotografien analysieren wir die Strukturen von Zäunen, Löchern und Baggern. Wir übersetzen diese visuellen Reize in bewegte, kreative Ansätze für den schulpraktischen Kontext.
2. Baustelle Literatur & Kunst: Die Ästhetik der Offenheit: Inspiriert von Fotokunst (u. a. Erwin Olaf, Edward B. Gordon) und offenen Textfragmenten (u.a. bereits zum Thema verfasste Schülerinnentexte) schaffen wir ein szenisches Fundament. Wir suchen nicht den direkten, erklärenden Zugang, sondern nutzen die Leerstellen als kreativen Resonanzraum.
3. Die Baustelle in uns: Das Potenzial des Misslungenen: Wir spüren anonymisiert eigene kleine „Baustellen“ auf. Keine Sorge: Hier findet keine Gruppentherapie statt! Vielmehr begreifen wir das Unvollendete als produktiven Widerstand für eigene Spielversuche
Zum Referenten:
Thomas Ritter ist Lehrer am Gymnasium Haar bei München, Dozent an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Leiter der Theaterwerkstatt „Blickwechsel“. Er begleitete bereits mehrfach bayerische Produktionen zum Schultheater der Länder (u.a. 2025:„STIMMEN“ in Braunschweig sowie zu weiteren überregionalen Festivals. Als leidenschaftlicher Verfechter prozessorientierter Theaterformen setzt er sich für eine Ästhetik ein, die dem„Unfertigen“ ebenso viel Raum gibt wie dem finalen Produkt
Kosten: Der eintägige Workshop kostet für Mitglieder 30 Euro und für Nicht-Mitglieder 40 Euro. Im Preis sind Snacks und Getränke enthalten. Das Mittagessen erfolgt auf eigene Rechnung.