Das SDL ist das größte Schultheaterfestival in Europa. Es wird vom Bundesverband Theater in Schulen zusammen mit dem Landesverband des Bundeslandes veranstaltet, in dem das Festival stattfindet. Das SDL präsentiert in sechs Tagen die Vielfalt von Schultheater aller Schulformen und Schulstufen aus allen 16 deutschen Bundesländern. Die Beiträge werden von einer Jury ausgewählt.
Das SDL zeigt beispielhaftes Schultheater, das durch seine ästhetische Vielfalt impulsgebend für die schulische Praxis ist. Im Rahmen der zeitgleich stattfindenden Fachtagung wird das Festivalthema auch wissenschaftlich beleuchtet und in Workshops und Fachforen didaktisch vertieft. Seit über 30 Jahren ist das SDL zentraler Begegnungsort für die Schultheaterszene. Schultheater bewegt etwas: in Schülern, in Schulen und in der Gesellschaft.
In Rheinland-Pfalz wurde das SDL zuletzt im Jahr 2023 in Trier ausgetragen.
Nächstes Event
Der Bundeswettbewerb Schultheater der Länder 2026 findet vom 19. bis 24. September in Frankfurt (Main) statt.
Ab sofort können im Bewerbungsportal Bewerbungen zur Teilnahme am SDL vom 19. bis 24. September 2026 in Frankfurt am Main eingereicht werden. Unter dem Motto
Alle Theatergruppen mit Schülerinnen & Schülern aus allen Schularten und Schulformen. Es dürfen nicht mehr Teilnehmende sein, als in eine Klasse passen. Die Aufführung darf höchstens 60 Minuten lang sein.
Wie kann man sich bewerben bzw. anmelden?
Das Bewerbungsformular für das SDL ist auf dem Internetauftritt des aktuellen Festivals zu finden.
In Rheinland-Pfalz haben wir zudem festgelegt, dass die Bewerbung für das SDL an die Teilnahme am LSTT gekoppelt ist.
Welche Kosten fallen an?
Wer ist inhaltliche/r Ansprechpartnerin bzw. Ansprechpartner in Rheinland-Pfalz ?
Unser Bundesland wurde auf dem SDL im Jahr 2025 von der DS 13 des Geschwister-Scholl-Gymnasium Daun unter Leitung von Tanja Finnemann vertreten.
Bereits die ersten Momente der Inszenierung ziehen das Publikum durch Schweigen und klare Posen in den Bann einer schattenreichen Bühnenwelt. Ausgangspunkt der Eigenproduktion ist Wolfgang Borcherts Drama „Draußen vor der Tür” (1947), das die nun 13. Klässler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun um den Titelzusatz „jung, pleite, verzwEIFELt“ erweitert haben. Die Spielleitung des 20-köpfigen Kurses für Darstellendes Spiel liegt bei Tanja Finnemann.
Entstanden ist die Produktion 2024, erste Szenen entwickelten sich bereits im Rahmen einer Klausur. Szenisch aufgegriffen werden auch Fragen nach Benotung und Leistung, die im Schultheater präsent sind. Eingebaute Probenszenen vermitteln die unsichere Herangehensweise an das klassische Werk. Die verzerrte Stimme der „KI Nova“, die das Ensemble auf der Bühne als Mentorin begleitet, schlägt Gestaltungsmittel vor und gibt auch eine Orientierung zum Originaltext: Es geht um die Isolation, Schuld und Verlust in der Nachkriegszeit und um den Umgang mit Heimkehrern, die, wie die Figur Beckmann, „nach Hause kommen und dann doch kein Zuhause mehr haben“.
Mit weißen Würfeln, Nebelschwaden und dem Farbenspiel der Taschenlampen entstehen Räume von bedrückender Wirkung. Einheitliches Make-up mit klaren Konturen verstärkt den Eindruck von Verletzlichkeit. Beckmann, die zentrale Figur der literarischen Vorlage, hebt sich durch einen langen, zerschlissenen Mantel ab, während das Ensemble in schlichten Kostümen auftritt. Musik und Ton verstärken die Wirkung der Szenen: verfremdete Audiofragmente und mehrsprachige Stimmen über Heimat verdeutlichen, dass die aufgegriffenen Themen alle Anwesenden betreffen.
Die Produktion verbindet Borcherts Nachkriegsstoff gekonnt mit den Perspektiven der Schüler:innen in der heutigen Zeit. Heimat, so zeigt die Inszenierung, entsteht durch Verantwortung, nicht durch Wegschauen. „Das ist unser Deutschland“, heißt es schließlich. Ein Satz, der durch chorisches Sprechen und expressive Körperarbeit eindrucksvoll nachhallt.
Der Originaltext und biografische Szenen wechseln einander in passend gesetzten Brüchen ab. Veraltete Rollenbilder, Alltagsrassismus und gesellschaftliche Erwartungen werden teils ernst, teils ironisch kommentiert. Szenen, wie ein Weihnachtsessen oder eine Dorfdisco schaffen Nähe zum Alltag der Jugendlichen und stoßen im Publikum auf zustimmendes Murmeln, ohne dass einzelne Themen überbetont werden.
Besonders eindrucksvoll ist die Auseinandersetzung mit „Herrn E.“ aus Gerolstein, der stellvertretend für die Opfer steht, denen im Nationalsozialismus zwangsweise die Möglichkeit zur Fortpflanzung genommen wurde. Während Zeitungsausschnitte zum Umgang mit den Geschädigten von 1965 bis heute verlesen werden, leert sich nach und nach die Bühne. Eines von mehreren starken Bildern, in denen über das Wegschauen aufgeklärt wird. Deutlich wird: Menschen wie Herr E. erhielten bis heute keine Entschädigung. Am Ende bleibt ein Appell, der Verantwortung weit über den Theaterabend hinaus fordert: „Nie wieder ist jetzt!“
Quelle: SDL Website. Text geschrieben von Cara Griese und Finja Sannowitz (Studierende der Europa-Universität Flensburg)
Einfache Zusammenfassung:
Die Aufführung heißt „Draußen vor der Tür: jung, pleite, verzwEIFELt“.
Sie sind aus der 13. Klasse vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Daun.
Die Schüler verbinden den alten Text von Wolfgang Borchert mit ihrem Alltag.
In Proben gibt eine Computerstimme Tipps.
Sie erklärt den Text und hilft der Theatergruppe.
Ein Mann aus dem Text kommt aus dem Krieg zurück und hat kein Zuhause mehr.
Die Gruppe fragt: „Was hat das Stück mit uns zu tun?”
Die Szenen sind ernst und manchmal lustig.
Die Gruppe erklärt Ausgrenzung und Probleme von Menschen mit Behinderungen.
Diese Menschen durften im Krieg keine Kinder bekommen. Nach dem Krieg half man ihnen nicht.
Die Schüler zeigen alte und neue Themen. Es macht nachdenklich.
Vom 27.09. bis 02.10.2025 wird Braunschweig und Wolfenbüttel zur Bühne für Vielfalt! Unter dem Motto schultheater.vielfalt feiern junge Ensembles die Diversität unserer Gesellschaft und stellen sich den aktuellen politischen Herausforderungen. In Zeiten eines wachsenden Rechtsrucks hinterfragt der Wettbewerb, wie Theater in Schulen Diversität abbilden kann – jenseits von Klischees. Geschlecht, Herkunft, Religion, soziale Identität: Welche Perspektiven werden repräsentiert? Wie wird Vielfalt sichtbar? Das Schultheater soll ein Raum für Akzeptanz, Reflexion und neue Blickwinkel sein – mutig, kreativ und engagiert!
SDL 2024 in Bremen endet erfolgreich mit Highlights, kontroversen Gesprächen und großem Applaus für Bettina Hahn und das Otto-Schott-Gymnasium Mainz-Gonsenheim. Herzlicher Dank an alle!
SDL 2023 in Rheinland-Pfalz
Das SDL-Festival 2023 in Trier (16.-21.09.) war ein großes, vielfältiges, aufregendes und begeisterndes Fest der Begegnungen und des Schultheaters. Großer Dank gebührt allen, die sich dafür – mit einer fast zweijährigen Planungsarbeit in Kopf und Rücken und einem kräftigen Endspurt in den Wochen davor – vor Ort so engagiert, bis an die Grenzen körperlicher Belastbarkeit eingesetzt haben.
Das SDL-Festival 2023 in Trier war ein aufregendes Fest des Schultheaters. Dank an alle, die sich mit viel Engagement und Einsatz daran beteiligten. Das SDL-Festival